Dem Hopfen entgegen

Mittwochabend kurz vor Fronleichnam. Gerade war ich wieder (einmal) frisch zurück aus dem Südtiroler FORST Revier und man sollte meinen mein Heißhunger auf Singletrails sollte vorerst gestillt sein. Weit gefehlt. Die Sättigungsphasen sind diese Saison nur von ganz kurzer Dauer so scheint mir. Also was tun? Ganz einfach dachte ich, ich ruf den Alex im Ländle an. Der hat immer einen Plan. Dieses Mal leider Fehlanzeige er fährt bei bestem Wetter lieber nach Holland. Nun gut, dann fragen wir eben Jürgen. Wieder Fehlanzeige. Dieser unterstützt lieber die Schweizer Wirtschaft an einem heiligen Vorarlberger Feiertag, wie edel dachte ich aber zugleich auch jammerschade. Doch dann der Anruf von Julius und was soll ich sagen nach einigen durchdiskutierten Optionen steht ein sauberer Plan. Die Revierwahl fiel kurzerhand aufs Montafon. Immer eine gute Wahl. Also noch schnell einen neuen Schlappen aufs Vorderrat gezogen, eines meiner mitgebrachtem FORST Premium genüsslich vernichtet und ab ins Bett, denn Julius will am nächsten Tag um Sieben einen Anruf mit Meldung zur Lage der Nation.
Nächster Tag est ist Fronleichnam. Anruf von Julius. Er schien heiß zu sein. Er hatte vermutlich schon seit sechs kein Auge mehr zugetan. Alles klar bei Dir? Kommst ins Ländle? Ja, alles klar, muss nur noch meine Brotzeit fertigmachen und dann fahr i los. Aufgelegt und Rucksack gepackt.
Um zehn dann Treffpunkt mit Julius und zu meiner Freude auch mit dem Werner im Montafon. Ziel zunächst die Hochjochbahn. Allerdings, wie kann man das nur vergessen, war in Schruns gerade high-noon. PROZESSION bitte nicht stören und Mountainbiker haben sich sowieso gefälligst hinten anzustellen! Na ja, Werner das Steuer rumgerissen und einen Schleichweg um die Veranstaltung genommen. Karte gekauft und ab mit der Hochjochbahn, die heuer zum ersten Mal den Sommerfahrplan aufnahm.
Oben angekommen alle Mann sofort protektiert, Sattel runter und so kalt wie wir waren auch schon Holter die Polter den ersten Trail ins Silbertal genommen. Ehe wir uns versahen die nächste Bahn im Nachbarort genommen wo wir oben angekommen erst mal unsere Kampfausrüstung ablegten, denn jetzt galt es erst mal zwei Stunden mit dem Radl zu fahren, es zu schieben und dann zu tragen. Die vorsommerliche Hitze tat ihr Übriges und unsere Getränkevorräte drohten zu Ende zu gehen. Maah, a Bier wär jetzt halt sauguat und tatsächlich ein freundlicher Wanderer hätte fast in seinen Rucksack gegriffen. Na ja, was nicht geht, das geht nicht beim Xitrailen. Eine halbe Stunde später eine kurze Brotzeit gemacht und den Blick ins Klostertal genossen, bevor uns Julius auch schon wieder mit einem preußisch motivierendem „aufgehts“ zur Tagesordnung zurück peitschte.
Leider sollte uns noch eine Stunde Tragen unter sengender Sonne bevorstehen und ich grübelte die ganze Zeit, ob es nicht doch besser gewesen wäre unten unsere akute Unterhopfung zu beheben und alle Viere im Schatten von uns zu strecken. Nur gut, dass wir es dann doch noch fast bis zum Gipfel schafften und alle einhellig der Meinung waren, dass es jetzt aber endlich an der Zeit für einen körigen Run wäre. Was sich dann Minuten später Meter für Meter an technischen Passagen gespickt mit sommerlich-flowigen Wald- und Wiesen-Trails vor unsere Stollen warf, war Gottfried Stutz no amol einfach bloß hurra geil. Auf dem letzten Drittel galt es quasi nur noch die Finger von den Bremsen zu nehmen und auf Sinklflug Richtung Tal zu gehen. Und da warteten sie auch schon auf uns…gekühlt und prickend-perlend unsere Fohrenburger Hopfeninjektionen.

 

 

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