we love mountains

„Wollmilchshwein“

Das Profil des perfekten Trails? Seilbahnunterstützung soll sein. Ein Aufstieg in toller Landschaft, nicht allzu kräfte zehrend. Ein schöner Gipfel mit Aussicht. Hohe Felsstufen, griffige Felsplatten, kniffelige Spitzkehren, stark verblockte Passagen, smoothe Amwiesentrails, Felsrinnen, Wurzeln, noch mehr Spitzkehren und mindestens 1500 Höhenmeter runter. Das Ganze schnell erreichbar vor der Haustüre.

Nur ein schöner Traum? Gar nicht! Hab den Trail vor 3 Jahren beim Wandern mit Familie „entdeckt“ und für Xitrail-tauglich befunden. Und bin ihn seither, zu meiner Schande, nie gefahren! Musste mir immer die hohen Loblieder der Kollegen anhören, die meinem Tipp längst gefolgt waren. Erinnert an die Geschichte Moses auf dem Weg ins gelobte Land.

Damit ist jetzt Schluss! Endlich stehe ich, nach einer lockeren Trageetappe über ca. 900 Hm, mit meinen Freunden auf dem Gipfel, recht relaxed, und freue mich auf diegemeinsame Abfahrt. Die Talfahrt läuft gut an, da und dort einwenig Gemurkse, wo Alex und meist auch Jürgen unbeirrt ihre Line finden – was solls, Hauptsache Spass. Werner, auch mit von der Partie, ist mit Totem plüschig unterwegs. Im Quartett einen fetten Grinser im Gesicht, freuen wir uns Meter um Meter durch den Trail, der abweschslungsreicher ist, als ein Thriller von Grisham. Kaum ist eine Schickane überwunden, lockt schon die nächste Herausforderung. Das geht so im Stakkato und hört nicht auf. Je nächer das Tal kommt – der Trail fordert dafür so seine Zeit – desto leerer werdn die Akkus. Unser Schnauben wird härter, die Hinterradversetzer geraten angestrengter, die Steinrüttelfelder lassen den Puls auf Anschlag klettern. Alles im grünen Bereich, denn auch das Adrenalin fließt in Strömen, begleitet den betörenden Rush ins Tal.

Nach dem 1800 Höhenemetr währenden Rausch sind wir streichfähig und zufrieden. Was für ein Trail, das ist glatt die eierlegende Wollmilchsau für den verwöhnten Trailfetischisten.

Julius

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