Mo
26
Dez
2011
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Dez
2011
Vorbauten haben meist ein kleines bis mittleres Problem: Sie passen entweder aufwärts oder abwärts.
Im Normalfall bilden Vorbauten einen Kompromiß zwischen beiden Extrempositionen. Und Kompromisse sind halt -obwohl vielleicht eine österreichische Erfindung- nicht das Gelbe vom Ei.
Anders der hier vorgestellte Vorbau. Der Syntace VRO schafft mit seiner schnellen Verstellbarkeit tatsächlich die Quadratur des Kreises, ist steif, nicht allzu schwer und sieht auch gut aus.
Allerdings ist der VRO nur als Vorbau-Lenker Kombination möglich und leider auch etwas teuer. Na ja, Qualität hat eben ihren Preis.
Ich fahre den VRO jetzt seit 2 Jahren mit anhaltender Begeisterung. Daher mein TIPP für Tour/All Mountain/Enduro u. alpinen Freeride.
Mo
26
Dez
2011
Mein favorisierter Reifen für alpine Freeridetouren ist der 2,5ér Minion Dual Ply in der Gummimischung 42a. Gibts als F u. R, für vorne und hinten mit unterschiedlichem Profil. Für 2,5ér sind die
Reifen recht schmal geraten. Damit ist aber jedenfalls ein guter Kompromiß zwischen Reibung und Verschleiß gegeben; und mit ca. 1,3 Kilogramm haben die Pneus auch ein erträgliches Gewicht.
Im harten Gelände überzeugt mich der Reifen durch Traktion, die an Pattex erinnert, durch eine perfekte Längsführung des Front und durch wirkungsvollen Pannenschutz; ich habe jedenfalls noch nie
einen Platten damit eingefahren, obwohl ich nur 2 Bar einpumpe. Im Gatsch kleistert das Profil des F schnell zu, was aber komischerweise weniger Probleme als bei anderen Reifen bereitet. Diese
guten Eigenschaften haben aber auch ihren Preis.
Und das ist neben dem eher hohen Gewicht ein Rollwiderstand, der diese Bezeichnung verdient.
Fazit: Ein Reifen, der für ziemlich grobe Einsätze taugt. Auch als leichter (unter 800g)Faltreifen in der Dimension 2,3 oder noch a bissel breiter mit 2,7 erhältlich.
Mo
26
Dez
2011
Für 2007 schickt Magura eine neue Produktlinie von Federgabeln ins Rennen um die Gunst der Kunden, die recht vielversprechend ist.
Ich hatte für ein paar Monate bereits ein Vorserienmodell der Wotan im harten Einsatz und konnte mir, denke ich, ein recht realistisches Bild von dieser Endurogabel verschaffen.
Die Eckdaten: Federelement Luft; Travel 160 mm, per Lenkerfernbedienung stufenlos auf 120 mm absenkbar; stufenlose Plattformdämpfung "Albert Select"(optional mit Lenkerfernbedienung); 36 mm fette
Standrohre, zeitgemäße 203 mm Post Mount Scheibenbremsaufnahme und last but not least ein original Maxle Steckachsensystem.
Auf den ersten Blick fällt ,neben einer gediegenen Verarbeitung, das so genannte Double Arch Design des Castings auf; wirkt steif und ist es auch. Auffallend sind auch die Hebelchen für die
Lenkerfernbedienungen, die klaglos funktionieren, meines Erachtens aber kaum Designerpreis verdächtig sind. Etwas störend ist vielleicht das viele zusätzliche Kabelwerk am Lenker, sodaß ich diese
Fernbedienungen, trotz des Bedienkomforts für entbehrlich halte. Ansonsten wirkt alles recht aufgeräumt und der bullige Auftritt der Gabel passt zum Einsatzzweck.
In der Praxis: Das Setup für die Federhärte ist mit der im Lieferunfang enthaltenen Pumpe, die auch mit Richtwerten für den Luftdruck versehen ist -ein sinnvolles Detail- schnell erledigt. Ich
habe mich am unteren Limit orientiert und so einen Sag von ca. 35 bis40 mm eingestellt. Die Zugstufe läßt sich ebenfalls erfreulich effizient abstimmen, was wichtig ist.
Auf dem Trail arbeitet die Gabel um die Mitte herum sensibel und gleichzeitig stoisch genug, um nicht haltlos an Steilstufen einzubrechen. Die Dämpfung hält das Vorderrad in wirklich jeder
Situation sicher am Boden und der Federweg läßt sich praktisch über den ganzen Bereich nutzen, ohne daß Durchschlagsgefahr droht. Steifigkeit und damit Lenkpräzision ist mehr als nur ausreiched
und damit kein Thema.
Ein wenig enttäuschend -für mich- ist dagegen das Albert Select, das an das Motion Control von Rock Shox erinnern mag. Der Drehknopf für die Regulierung des Ölflusses ist schergängig, dazu sehr
klein, und für Bürohände eine ernsthafte Herausforderung. Die Nutzungsmöglichkeit des Albert Select beschränkt sich eher auf den ursprünglichen Zweck der Wippunterdrückung beim Bergauffahren, da
ist sie ohne Fehl und Tadel. Die von Rock Schox´s Motion Control gewohnte Möglichkeit einer Zweckentfremdung des Plattformsystems als Hilfe bei sehr hohen Stufen spielt sich dagegen nicht
wirklich, das steht aber auch nicht im Pflichtenheft und ist damit kein Manko.
Bergauf ist ein allfälliges Wippen mit Albert Select definitiv kein Thema und selbst "offen" gefahren bleibt die Gabel schön ruhig - ich habe meist die offene Position gefahren. Die Absenkung
geht flugs und ist mit 40 mm völlig ausreichend; mehr wäre Unfug, da sich bei zuviel Absenkung das unangenehme Gefühl einstellt, gegen den Berg zu fahren.
Fazit: Eine, auch an der etablierten Konkurrenz gemessen, sehr fähige Endurogabel, die uns Magura da präsentiert und die auch sicher eine zufriedene Fangemeinde findet.
Mo
26
Dez
2011
Ich fahre den Ice Spiker mit exact 304 Stahlstiften seit 2 Saisonen in gemischtem Gelände. Einmal ist mir ein Draht gerissen und hat die Karkasse durchstochen, der Reifen wurde aber anstandslos
ersetzt.
Der Fahreindruck des ab ca. 45.-€ erhältlichen und somit eher günstigen Spikereifens in einzelnen:
Asphalt:
Der Reifen rollt trotz hohem Gewicht an sich recht gut, wenn auch nicht sehr leise. Vorsicht ist naturgemäß in Kurven und beim Bremsen angesagt.
Schneepiste:
Auf hartgepreßten Schneepisten, wie z.B. Forstwegen oder Rodelbahnen, fühlt sich der Ice Spiker überaus wohl und vermittelt auch viel Sicherheit und Kontrolle. Das auch noch bei von mir
abgespeicherten Geschwindigkeiten bis fast 60 km/h!
Singletrail:
Auch im technischen Singletrail macht der Ice Spiker eine recht gute Figur. Die Kontrollierbarkeit gerät aber in steilem Gelände und oder in sehr engen Spitzkehren doch eher schnell an ihre
Grenzen; zu kurze Spikes (Bremspower) und keine seitlich nach außen gerichtete Spikes an den Schulterstollen (Seitenführung) sind wohl die Hauptursachen.
Eis:
Zum gerade über eine Eisfläche drüberrollen bzw. leichtere Kurven ohne größere Schräglagen OK, mehr aber auch wieder nicht. Querfahrten über abschüssige, blanke Eisplatten geraten in aller Regel
zum Fiasko - vgl. dazu auch obenstehendes.
Fazit: In Summe ganz OK und daher trotz der aufgezeigten Schwächen meine Wahl, was halt auch am Preis liegt - der Top Nokian kostet fast 100.-€ mehr, pro Reifen, versteht sich!
Mo
26
Dez
2011
Anfang des Jahres habe ich mir erstmals, frei von allen Kompromissen, ein Bike nach meinem Geschmack aufgebaut.
Die Wahl fiel auf das Proceed Flapjack FST, einen äußerst robusten Eingelenker, der variable Einstellungen von Lenkwinkel, und Tretlagerhöhe sowie einen Federweg von wahlweise 110 mm (sehr
progressiv), 150 mm (progressiv) oder degressive 170mm zuläßt. Der Rahmen wird mit Dämpfer geliefert; in meinem Fall war das ein Rock Shox Pewar 3.1. Das Gewicht von Rahmen mit Dämpfer liegt
knapp unter 4 Kg.
Die Bestückung erfolgte mit SRAM Schaltwerk und Trigger (XO), Holzfeller Kurbelgarnitur, Pike 454 Air, DT 440/5.1.d Rädern (v/h 20/12mm Steckachse), 2,5ér Reifen, Formula Oro 200 v/h. Alles in
Allem also mit recht leichten aber hardcore tauglichen Teilen. Zusätzlich ist noch ein 24 Zoll Hinterrad für extrem steiles Gelände im Einsatz. Als Lenkzentrale werkt ein Syntaye VRO - was auch
sonst.
Gewicht des Touren Freeriders: knapp 17 Kg.
Fahreindruck:
Radstand sowie Oberrohr des FST (Größe S) sind sehr kurz, was ein ausgesprochen lebendiges Fahrverhalten abgiebt, selbst bei ca. 66° Lenkwinkel. Mit dem 24 Zoll Laufrad hinten wird das
Fahrverhalten nochmals "aggressiver", d.h. das Bike geht noch besser um extreme Soitzkehren und mit mehr Speed in die Kurven flowiger Trails. Das Vorderrad steigt sehr leicht und die
Federelemente harmonieren vor allen bei 140/150 mm Federweg v/h perfekt. Das Handling bei Sprüngen vermittelt viel Sicherheit. Steifigkeit des Rahmens kein Thema.
Die an sich sehr gute Bremsanlage kommt bei meinem bevorzugten Einsatz (sehr technisch und sehr steil) vielleicht etwas an ihre Grenzen - ich werde vielleicht gelegentlich auf Gustav M
umrüsten.
Bergauf zollen das Gewicht und die breiten Reifen ihren Tribut. Ein CC Bike geht da "etwas" leichtfüßiger. Dafür liegt das Bike auch auf schwierigen bergauf - Trails sehr ruhig und läßt hier sehr
viel zu, bis die Oberschenkel platzen. Und Reifenpannen sind bei breiten Reifen mit doppelter Karkasse eine sehr, sehr seltene Ausnahme.
Fazit: Das Proceed FST ist ein sehr durchdachtes Arbeitsgerät mit einer weniger spektakulären Optik und als Eingelenker vielleicht nicht ganz so hype, wie manch anderer Freerider. Handling,
Robustheit und Funktion auf absolutem Spitzen Niveau halten da allerdings locker dagegen. UND das FST macht vieles fahrbar, was bisher nicht einmal denkbar erschien!
Autor: Julius
FST-Änderungen
Kommentar von Julius Moosbrugger am 30.11.2006 14:25
Am Ende der Saison präsentiert sich mein FST nicht nur mit ein paar harmlosen Schrammen sondern vor allem etwas modifiziert dar:
Die Bremsanlage ist, wie angekündigt, einer Gustl gewichen. Der dramatische Gewinn an brachialer Bremspower läßt das doch erhebliche Mehrgewicht gut verschmerzen.
Die an sich sehr gute Pike 454 wurde durch eine Lyric U-turn ersetzt. Das führt sich zwar vor allem auf meinen Materialfetischismus zurück, hat sich aber als hervorragende Wahl erwiesen.
Ansonsten ist soweit alles beim alten und absolut bestens. Aktuelles Kampfgewicht: 17,1 kg!
Derzeit fahren bereits 2 weitere FST in unserer Runde, ein weiteres ist im Aufbau und nocheins in Planung. Die FST Familie wächst und gedeiht also.
Mo
26
Dez
2011
Mein Proceed FST federt seit neuestem mit einer Rock Schox Lyrik U-turn. Da die Lyrik mit 160 mm Federweg und einem erträglichen Gewicht von 2.600g eine sehr breites Einsatzspektrum, von alpinen
Touren bis zu Freeride abdeckt und damit viele Interessenten haben dürfte, vorab die Eindrücke nach den ersten Fahrten:
Die technischen Eckdaten:
Die Gabel gibts auch als Solo Air ohne bzw.als 2-step /Air mit Absenkung.
Der Ersteindruck (aus dem Karton) ist positiv. Die Gabel macht einen sauber verarbeiteten Eindruck, klare Linien, schwarzes Casting, schlicht schön. Alle Drehregler sind aus Metall gefräst,
verschiedenfarbig, super gerastert, leichtgängig und/oder ausreichend groß. Das U-turn ist anfangs etwas schwergängig und der Einsteller für die Zugstufendämpfung am rechten unteren Ende der
Gabel läßt sich abziehen und für die Einstellung des Floodgate verwenden. Das neue Maxle System läßt zudem die freie Wahl für die Platzierung des Schnellspannhebels, was Freude macht.
Im Rad engebaut, heißt es erst einmal, ein passables Setup zu finden. Primär sollte natürlich die Feder zum Fahrergewicht passen, eh klar. Die Einstellung der Zugstufe ist ein Traum, klick,
klick, klick, jeder Klick zeigt Wirkung. So ist die Abstimmung wirklich Kinderleicht. Wenn man dem Grundtenor der bekannteren Bikemagazine Glauben schenkt, ist damit schon alles erledigt. Stimmt
auch irgendwie, wenn man sich mit der halben Leistung der Mission Control Dämpfung zufriedengibt.
Also weiter im Programm. Motion Control aktivieren (Daumen auf den Einsteller der Lowspeed Druckstufe drücken, eine elegante 90° Drehung im Uhrzeigersinn, schon fertig und zur Kontrolle springt
der Einsteller ein paar mm in die Höhe) und das Floodgate grob einstellen, entweder als reine Wippunterdrückung oder -vielleicht etwas missbräuchlich- als Gegenmittel zum Durchsacken an sehr
hohen Stufen, was ich bevorzuge. Was heißt bevorzuge, "I love it!".
Die Einstellung der Low- bzw. der Highspeed Druckstufe ist etwas subtiler. Mit viel Gespür läßt sich - im Stand - vielleicht noch eine Veränderung bei der Lowspeed Druckstufe feststellen; die ist
übrigens für die Kontrolle der langsamen Einfedergeschwindigkeiten, wie sie beim Pedalieren oder vor allem im Wiegetritt auftreten zuständig. Empfehlung: eher etwas mehr zu als offen. Bei der
Highspeed Druckstufe läßt sich meines Erachtens aus dem Stand keinerlei Unterschied feststellen, ob die jetzt offen oder geschlossen ist.
Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit! Auf dem Trail fällt sofort auf, diese Gabel will laufen gelassen werden, will mehr. Die Pike ist auch schon eine echt sautolle Gabel, doch die Lyric stellt
auch diese noch einmal in den Schatten. Ein superbes Ansprechverhalten und eine eher etwas sportlich straffere als rein komfortorientierte Charakteristik treffen für eine langhubige Endurogabel
voll ins Schwarze! Agilität pur, und dazu das Mission Control Dämppfungssystem, welches das Vorderrad immer stoisch am Boden hält. Ich nehme diese Performance auf der ersten Fahrt etwas
fassungslos zur Kenntnis und gebe kräftig Gas. Und lerne jetzt doch die Funktion der Highspeed Druckstufe kennen, die ich so auf Verdacht zu rund 3/4 aktiviert habe: Ein Faustgroßer Stein, aus
voller Fahrt genommen, bringt die Gabel widmungsgemäß zum massiven Verhärten und mir einen Durchschlag am Vorderrad ein. Verstehe jetzt: dämpft sehr hohe Einfedergeschwindigkeiten massiv ein, wie
sie bei hohen Drops (oder eben auch beim Touche mit einem einzelnen Stein aus hoher Geschwindigkeit) auftreten. Tolle Sache beim Dropen, für den Normalbetrieb heißt das aber vice versa, daß die
Highspeed Druckstufendämpfung eher offen bleiben sollte.
Generell fährt sich die Lyrik für meinen Geschmack sagenhaft gut und das auf jedem Untergrund, der sich vor unsereinem so ausbreitet: Weicherer Waldboden mit armdicken Wurzelteppichen, kompakter
und schneller Boden, Geröllfelder, garstige Felsrinnen, oder was auch immer, die Lyric schluckts effizient weg und hat auch bei hohen Stufen keine Tendenz zum Wegsacken. Und bei den richtigen
Monsterabsätzen hilft das Motion Control bzw. Floodgate (siehe oben). Wie die Gabel hohe Drops wegsteckt, kann ich, mangels Mut, nicht beurteilen und Spekulationen dazu lasse ich lieber
bleiben.
In der Euphorie hätte ich beinahe zu erwähnen vergessen, wie sich die Lyrik aufwärts fährt. Das ist aber schnell gesagt: Die Absenkung bis auf 115mm ist mehr als ausreichend und das Rad rollt so
auch noch sehr gut, es entsteht kein Gefühl, gegen die Wand zu fahren. Wippen ist auch kein Thema und wer gerne im Wiegetritt fährt, hat auch diese Situation mit einem 90° Dreh am Motion Control
voll im Griff.
Bleibt vielleicht noch der Preis, aber darüber wird vermutlich in den diversen Bike Foren ohnedies bereits genug lamentiert, sodaß ich mich zu diesem Thema lieber verschweige.
Fazit: Die Lyrik ist die Gabel, auf die ich lange gewartet habe und wie geschaffen für mein Proceed FST. Dem ist vorerst nichts hinzuzufügen, bis Langzeiterfahrungen
vorliegen
Mo
26
Dez
2011
Vor Udo und mir liegt eine Sendung von Vertrider Chef Christoph Malin. Was da aus dem Karton lugt, ist Ehrfurcht gebietend, signalisiert archaische Urkraft und Abenteuer pur. Wie ein Gruß vom
Marlboro Man höchstpersönlich!
Die Rede ist von Rox Schox Totem, hier als Solo Air, ohne Gimmiks, ohne Absenkmöglichkeit, geradlinig und ehrlich aber mit jeder Menge High Tech in der Dämpfung, deren Zauberwort Mission Control
lautet. Glaub´s ja kaum, daß ich die einwenig ausprobieren darf, freu mich aber sehr darauf, wen wundert´s.
Los geht´s! Meine bewährte Lyric raus aus dem Radl, den passenden Gustl Schwimmsattel auf die Totem schrauben - zum Glück habe ich sowas in meinem stetig und rasch wachsenden Fundus an Bike Parts
herumliegen (was man net alles so hat?)- und rein mit der Totem. War ganz easy, na ja, hat auch Udo gemacht.
Erster Eindruck (in der Garage): Boah ist die dick Mann, passt optisch suppi auf das grobschlächtige FST. Hinten mit 24`` Laufrad bestückt, steht mein Proceed´le zudem da, wie ein fetter Chopper.
Ob das noch zu handeln ist?
Zweiter Eindruck: Gabel abstimmen. Das Setup gerät mit nur einer einzigen Luftkammer easy und rasch. Noch schnell die Zugstufendämpfung anpassen, ein, zwei Dreh´s am Floodgate und schon ist das
Grund Setup fertig. Noch Low- und Highspeed Compression schnell in die von RS empfohlene Grundeinstellung, hätt ich fast vergessen.
Dritter Eindruck: Ausgiebiges Einfedern, herum Hüpfen und Überrollen kleinerer 40 cm Stufen Zuhause (wobei ich unseren Steingarten teilweise renaturiere) deckt schonungslos auf, daß die Totem
Solo Air von der kuschelweich-faserschmeichelnden Sorte ist. Sahnig eben, sehr sahnig.
Vierter Eindruck: Tags darauf muß die Totem auf einem ruppigen Referenztrail zeigen, wie deren Eignung für´s Xi-trailing denn so ist. Die ersten Meter offenbaren schnell, daß die bestens gegeben
ist. Schnell unterwegs bin ich dann auch, vor allem in den flacheren aber verblockten Passagen. Verblockt? Ich merk wenig davon und geb Gas, will gar nimmer stehenbleiben. In den schwierigeren,
steilen Sektionen überleg ich mir noch, das Floodgate zuzuschalten, verzichte aber darauf. Mal sehen, ob die Totem gerne durch den Federweg rauscht oder nicht. Ergebnis: Sie rauscht nicht,
zumindest nicht haltlos. Der Gummiring am linken Holm zeigt mir aber an, daß ich sehrwohl 160 von den verfügbaren 180 mm Federweg genutzt habe. Hut ab, supersoft abrufbarer Federweg in Hülle und
Fülle, und nie ein Gefühl des Wegsackens. Das macht Freude. Interessant auch, daß ich -war´s der flachere Lenkwinkel oder der extrem gute Bodenkontakt oder eine Kombination beider Faktoren?- auch
in steilsten Schlittersektionen subjektiv das Gefühl hatte, praktisch jederzeit stehen bleiben zu können. Na ja, egal auch, der hinterlassene Eindruck ist mehr als nur gut.
Fünfter Eindruck: Heut geht´s zum Vorderälpele und zwar über die Rodelbahn, die bis zu 27% Steigung aufweist. Genau, das ist steil! Ich hab die Totem zwar mit einem Spanngurt heruntergezurrt, sie
baut aber immer noch bedrohlich hoch... Zach war´s schon, aber andererseits bin ich die Rampe fahrend hochgekommen, habe die insgesamt 800 Höhenmeter in gut 1 1/2 Stunden mit Würde und Anstand
erklommen und mich danach über viel Komfort auf dem Trail ins Tal gefreut.
Sechster Eindruck: Nochmals eine Tour, diesmal fahre ich ohne Spanngurt ein Stück aufwärts. Obwohl seit der letzten Tour mit dem 26ér Hinterrad bestückt, erinnert die Sitzposition verdächtig an
ein Hollandrad. Für längere Anstiege ist der Spanngurt wohl unverzichtbares Acessoire. Mir wurscht, heute ist eh mehr Tragerei angesagt, was ich mit der Lyric einen kleinen Tick feiner dinde.
Keine Ahnung weshalb, vielleicht psychisch bedingt. Der anschließende 1.600hm Trail durch Harsch, Fels und Eis, später über nasse Steine und Wurzeln offenbart wieder das ungestüme aber gutmütige
Temperament dieses Vollblüters unter den aktuellen Freeridegabeln.
Nachwehen: Der Gedanke, die Totem wieder aus meinem FST zu extrahieren (vgl. Zahnarzt; Zähne ziehen) und an den Christoph zu retounieren schmerzt ein wenig.
Auf technische Details der Gabel einzugehen, verzichte ich bewußt, ich bin kein Buchhalter. Wer diesen "Test" liest, dürfte darüber ohnedies Bescheid wissen bzw. finden sich sachdienliche
Hinweise dazu auf der Homepage von Rock Shox.
Fazit: Eine wilde, schaurig schöne Gabel, mit samtigem Ansprechverhalten und einer superben Standfestigkeit, die nach großen Taten dürstet. Vielleicht ist die Totem ja auch die neuzeitliche
Inkarnation eines mittelalterlichen Breitschwerts, jedenfalls aber schweres Gerät für´s ganz Grobe. Wer damit ernsthaft bergauf fahren möchte, sollte aber über eine gehörige Portion Schmalz in
den Oberschenkeln verfügen; sonst wackelt nämlich schnell der Schwanz mit dem Dackel.