Rock Shox Totem Solo Air

Vor Udo und mir liegt eine Sendung von Vertrider Chef Christoph Malin. Was da aus dem Karton lugt, ist Ehrfurcht gebietend, signalisiert archaische Urkraft und Abenteuer pur. Wie ein Gruß vom Marlboro Man höchstpersönlich!

Die Rede ist von Rox Schox Totem, hier als Solo Air, ohne Gimmiks, ohne Absenkmöglichkeit, geradlinig und ehrlich aber mit jeder Menge High Tech in der Dämpfung, deren Zauberwort Mission Control lautet. Glaub´s ja kaum, daß ich die einwenig ausprobieren darf, freu mich aber sehr darauf, wen wundert´s.

Los geht´s! Meine bewährte Lyric raus aus dem Radl, den passenden Gustl Schwimmsattel auf die Totem schrauben – zum Glück habe ich sowas in meinem stetig und rasch wachsenden Fundus an Bike Parts herumliegen (was man net alles so hat?)- und rein mit der Totem. War ganz easy, na ja, hat auch Udo gemacht.

Erster Eindruck (in der Garage): Boah ist die dick Mann, passt optisch suppi auf das grobschlächtige FST. Hinten mit 24„ Laufrad bestückt, steht mein Proceed´le zudem da, wie ein fetter Chopper. Ob das noch zu handeln ist?

Zweiter Eindruck: Gabel abstimmen. Das Setup gerät mit nur einer einzigen Luftkammer easy und rasch. Noch schnell die Zugstufendämpfung anpassen, ein, zwei Dreh´s am Floodgate und schon ist das Grund Setup fertig. Noch Low- und Highspeed Compression schnell in die von RS empfohlene Grundeinstellung, hätt ich fast vergessen.

Dritter Eindruck: Ausgiebiges Einfedern, herum Hüpfen und Überrollen kleinerer 40 cm Stufen Zuhause (wobei ich unseren Steingarten teilweise renaturiere) deckt schonungslos auf, daß die Totem Solo Air von der kuschelweich-faserschmeichelnden Sorte ist. Sahnig eben, sehr sahnig.

Vierter Eindruck: Tags darauf muß die Totem auf einem ruppigen Referenztrail zeigen, wie deren Eignung für´s Xi-trailing denn so ist. Die ersten Meter offenbaren schnell, daß die bestens gegeben ist. Schnell unterwegs bin ich dann auch, vor allem in den flacheren aber verblockten Passagen. Verblockt? Ich merk wenig davon und geb Gas, will gar nimmer stehenbleiben. In den schwierigeren, steilen Sektionen überleg ich mir noch, das Floodgate zuzuschalten, verzichte aber darauf. Mal sehen, ob die Totem gerne durch den Federweg rauscht oder nicht. Ergebnis: Sie rauscht nicht, zumindest nicht haltlos. Der Gummiring am linken Holm zeigt mir aber an, daß ich sehrwohl 160 von den verfügbaren 180 mm Federweg genutzt habe. Hut ab, supersoft abrufbarer Federweg in Hülle und Fülle, und nie ein Gefühl des Wegsackens. Das macht Freude. Interessant auch, daß ich -war´s der flachere Lenkwinkel oder der extrem gute Bodenkontakt oder eine Kombination beider Faktoren?- auch in steilsten Schlittersektionen subjektiv das Gefühl hatte, praktisch jederzeit stehen bleiben zu können. Na ja, egal auch, der hinterlassene Eindruck ist mehr als nur gut.

Fünfter Eindruck: Heut geht´s zum Vorderälpele und zwar über die Rodelbahn, die bis zu 27% Steigung aufweist. Genau, das ist steil! Ich hab die Totem zwar mit einem Spanngurt heruntergezurrt, sie baut aber immer noch bedrohlich hoch… Zach war´s schon, aber andererseits bin ich die Rampe fahrend hochgekommen, habe die insgesamt 800 Höhenmeter in gut 1 1/2 Stunden mit Würde und Anstand erklommen und mich danach über viel Komfort auf dem Trail ins Tal gefreut.

Sechster Eindruck: Nochmals eine Tour, diesmal fahre ich ohne Spanngurt ein Stück aufwärts. Obwohl seit der letzten Tour mit dem 26ér Hinterrad bestückt, erinnert die Sitzposition verdächtig an ein Hollandrad. Für längere Anstiege ist der Spanngurt wohl unverzichtbares Acessoire. Mir wurscht, heute ist eh mehr Tragerei angesagt, was ich mit der Lyric einen kleinen Tick feiner dinde. Keine Ahnung weshalb, vielleicht psychisch bedingt. Der anschließende 1.600hm Trail durch Harsch, Fels und Eis, später über nasse Steine und Wurzeln offenbart wieder das ungestüme aber gutmütige Temperament dieses Vollblüters unter den aktuellen Freeridegabeln.

Nachwehen: Der Gedanke, die Totem wieder aus meinem FST zu extrahieren (vgl. Zahnarzt; Zähne ziehen) und an den Christoph zu retounieren schmerzt ein wenig.

Auf technische Details der Gabel einzugehen, verzichte ich bewußt, ich bin kein Buchhalter. Wer diesen „Test“ liest, dürfte darüber ohnedies Bescheid wissen bzw. finden sich sachdienliche Hinweise dazu auf der Homepage von Rock Shox.

Fazit: Eine wilde, schaurig schöne Gabel, mit samtigem Ansprechverhalten und einer superben Standfestigkeit, die nach großen Taten dürstet. Vielleicht ist die Totem ja auch die neuzeitliche Inkarnation eines mittelalterlichen Breitschwerts, jedenfalls aber schweres Gerät für´s ganz Grobe. Wer damit ernsthaft bergauf fahren möchte, sollte aber über eine gehörige Portion Schmalz in den Oberschenkeln verfügen; sonst wackelt nämlich schnell der Schwanz mit dem Dackel.

Kommentare

Canada Goose Coats (Mittwoch, 08 Februar 2012 09:10)

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