Short Cut im Prättigau

Winter – die Tage sind kurz und kalt. Die Zeit wo die Touren weniger werden, wir dafür aber das Jahr Revue passieren lassen und Zeit haben, um etliches Film- und Fotomaterial aufzuarbeiten. Trotzdem nutzen wir jedes wettertechnisch gute Fenster, wo sich eine kleine Runde ausgeht.

So auch an diesem Dezember-Tag, der uns mit Sonne und Temperaturen um die 10 Grad lockt, um nochmals im wunderschönen Prättigau einen knackigen Trail unter die Räder zu nehmen. Nach kurzer Anfahrt mit dem Auto, nutzen wir die Mittagsstunden und starten entlang eines kleinen Flusses unsere Runde. Nachdem wir immer weiter in das Flusstal gelangen und die Sonne uns nicht mehr erreicht, merken wir nun doch die eisige Kälte die hier herrscht. Die ganze Landschaft ist in einen weißen Rauhreif gekleidet. Die Motorunterstützung arbeitet scheinbar schwerer und wird von uns voll ausgenutzt, um diesen Kälteofen so schnell wie möglich hinter uns zu lassen.

Endlich geschafft, fahren wir nun einige hundert Höhenmeter auf einem Asphaltsträßchen, mit direkter Sonnenbestrahlung aufwärts. Das Laub am Boden raschelt und die Herbstfarben sind beeindruckend. Vorbei an einem kleinen Dorf geht es auf geschotterten Wegen und Almwiesen weiter bis zum höchsten Punkt der Tour. Hier auf dieser Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick auf das gesamte Rheintal von Chur bis Sargans. Die Nachmittagssonne heizt uns merklich entgegen und hat uns die Abfahrt trocken gelegt.

Nun beginnt das Highlight der Tour.

Ein Singletrail, welcher anfangs sehr technisch mit einigen S3 Stellen beginnt um dann immer flüssiger in S2 überzugehen und bis zum Schluss breiter und kurviger in S1 ausläuft. Wir lassen uns Zeit und kosten diesen Trail nochmals vollends aus, mit dem Wissen, dass es sicher einer der letzten, in diesem bald endenden Bike-Jahr sein wird.
Beim Auto angekommen, erwartet uns auf der Windschutzscheibe noch ein kleiner Zettel mit Gruß von der hiesigen Behörde. Zum Glück strömen noch genug Endorphine und Adrenalin durch uns, als dass uns dies zu sehr beeindrucken könnte.
Gruß zurück und wir kommen bestimmt wieder.
Rainer

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