Winterflucht

Schnee, Schnee, Schnee ! Seit Jahren hat es in den Alpen nicht in so kurzer Zeit soviel geschneit. Zwei Wochen grauer Himmel und Schneefall am Stück. Die Lawinenwarnstufe pendelt zwischen 4 und 5, und bleibt schliesslich bei 5 hängen. Also kommt „Off Piste Powder Skiing“ ganz sicher nicht in Frage.

Was nun?
Kurzes nachdenken…Wo ist Sonne, kein Schnee und Temperaturen um die 15 Grad ? Tessin – Nein! Südtirol – Fast! Piemont – Nein! Ligurien – Yessss ! Also nur 5 Stunden Autofahrt Fahrgemeinschaft und dann stehen wir vor dem Trail- Paradies an der Riviera delle Palme. Schnell haben sich 2 winterflüchtige Xitrailer, Alexander Sonderegger, Rainer Schöch, der Tiroler Vertrider Christoph Malin und der Südtiroler Bikeguide Hannes Silbernagel gefunden und entkommen dem kalten Schneetreiben in den Alpen.

Der Kontrast konnte größer nicht sein. Da stehen wir nun bei Loano in kurzer Hose und Shirt am Meer und blicken auf die grünen und blumigen Hügel, die sich vor uns in den blauen Himmel strecken. Mandarinen, Zitronen, Orangen, Oliven und Bananenbäume wohin man auch schaut. Einfach genial diese Vegetation. Unten an den Strandpromenaden sind die Einheimischen gut gelaunt unterwegs, in den verschlafenen Bergdörfern scheint die Zeit stehen geblieben.


Wir nehmen uns fast eine Woche Zeit um uns in diesem Trail-Eldorado auszutoben. Und da sind sie auch, all die bekannten Trails und Orte, mit imposanten und klangvollen Namen wie „Nato Base“, „Roller Coaster“, „Kill Bill“, „Fast and Furious“, „Isallo Extasy“, „Ingegnere“, „Border Line“ usw…Zu lange würde es dauern um alle aufzuzählen.Viele dieser Trails sind durch die hohe Frequenz der Biker natürlich schon ziemlich durchgeackert und dadurch verblockt, felsig und ruppig, was dem Spaß jedoch keine Abstriche macht, sondern eher als Herausforderung gesehen wird. Sag „ja!“ zur Bremswelle. Die 160 mm Fahrwerke unserer E- Enduros haben ordentlich zu tun, und schmatzen genüsslich vor sich hin. Auch einen kleinen Uphillflow Trail finden wir.Grundsätzlich genial ist die Variabilität der Trails, es ist alles dabei was man sich vorstellen kann: ruppige, felsige Abschnitte in Kiefernwäldern, nahezu perfekt gebaute aber trotzdem nie langweilige Murmelbahnen durch Birken- und Buchenhaine, uralte mit Steinen ausgelegte Karrenwege, steile Waldabfahrten – auch diese grösstenteils perfekt gebaut, und alles immer wieder garniert mit unzähligen wunderbar gebauten Floater Sprüngen. Jeder Trail bietet angenehme Überraschungen, und so kommt ganz natürlich der Flow auf, und unsere Gruppe performt.

Oltre Finale Trail Complete


Viele dieser abwechslungsreichen Lines ziehen mit einem unglaublichen Rhythmus die Flanken und Ridges der Berge herunter.Die Trailbauer in Finale haben wirklich ein unglaubliches Repertoire im Köcher und zimmern in jede Topographie den perfekten Trail, oder belassen Naturtrails auch mal so wie sie sind, bessern nur hier und da aus, wo notwendig und sinnvoll. Das macht den ganz besonderen Reiz dieser Region aus.

Apropos E! Shuttle? Nein Danke! Aufgrund unserer kleinen bei Freunden eingesammelten Akku-Armee (20 Stk. für 4 Rider) können wir auf diesen Dienst getrost verzichten. Lediglich eine Unterkunft mit eigenem Stromkraftwerk ist gefragt 😉 Aber auch das ist kein Problem und so haben wir eine Casa, wo wir auch Aprés-Bike gemütlich im Whirlpool genießen können.Trotz all dem Trail Geballere, haben wir auch noch genügend Zeit um die Gegend auf unsere Art zu erkunden, um im ruhigen Hinterland neue Wege und Flow-Lines zu finden, um Foto und Filmmaterial zu machen und uns natürlich auch dem italienisch- mediterranen Lifestyle zu widmen.Der Wettergott meint es die ganzen Tage wirklich gut mit uns und so geniessen wir Sonne, Meer und selbstverständlich auch die kulinarische Seite Liguriens. Voll lecker!!

Viel zu schnell sind sie um, die Tage auf diesen genialen Trails, und wir müssen unser zukünftiges Winterdomizil wieder verlassen. Alle sind sich einig: Wir kommen wieder – auch ohne Fluchtgedanke.

Tanti Saluti da Liguria
Rainer

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