XITRAIL in Zeiten des Umbruchs

2018 – das Land Vorarlberg feiert seinen 100sten Geburtstag als souveränes und selbstverwaltetes österreichisches Bundesland (Anmerkung: Vorarlberg war vor 1918 der Verwaltung der Tiroler Landesregierung unterstellt). 1918 also ein Jahr der historischen Wende. Und wie steht es um 2018? Nun mit Sicherheit weniger historisch doch gespickt mit Zeichen der Veränderung allemal. Denken wir nur an Schlagwörter wie „5G“ (der neue Mobilfunkstandard), „Industrie 4.0“ (die Vernetzung und Digitalisierung der Wirtschaft) oder „IOT“ (Internet of things – Geräte die selbstständig miteinander kommunizieren), etc. Kaum ein Tag an dem nicht über Veränderung gesprochen und diskutiert wird.

In der Tat eine Zeit des Wandels. Für die einen Fluch für die anderen Segen. Selbst bei uns, bei XITRAIL. Wer zurückblickt, der staunt nicht schlecht welche Entwicklung unsere kleine Bike Community in diesem Jahr genommen hat. Neue stylische und stromunterstütze Bikes, neue Gesichter, neue Bike-Destinationen die wir heuer besucht haben, unglaublich. Veränderung auf ganzer Schiene. Eine rasante und wilde Reise von den einen bejubelt von anderen mit etwas Skepsis beäugt.

2018 war bei vielen XITRAILern aber auch ein Jahr des Umdenkens und der Neuorientierung. Nicht wenige von uns haben sich gefragt wie es wohl weitergeht mit der Community? Fühle ich mich noch zugehörig? Überrollt mich diese Entwicklung? Ist es Zeit den Führungsstab an die nachfolgende Generation zu geben? Und falls ja, wie soll es dann weitergehen? Vielschichtige Fragen, die zum heutigen Zeitpunkt allesamt noch nicht befriedigend beantwortet werden können, bzw. Fragen, auf die jeder für sich selbst eine Antwort finden muss.

Wir sehen der Wandel macht auch bei uns nicht halt. Ganz eindrücklich zu beobachten auf unserem gestrigen XMAS-Ride, sozusagen unter dem Motto „ANALOG meets EMTB“. Der eine oder andere wird sich wohl insgeheim gefragt haben ob das gutgehen kann. Werden wieder alte Klischees bedient und/oder brechen gar die gleichen alten Diskussionen aus, wer wohl der bessere und ehrlichere Mountainbiker ist? Können sich die „Stromer“ auf der Tour zurückhalten und eine homogene Gruppe mit den „Bio-Bikern“ bilden? Wer dabei war hat gesehen, dass es funktionieren kann. Und zwar dann, wenn das eigene Ego dem gemeinsamen Spaß unterworfen wird.
Für mich war der gestrige Ride eine Art „Hallo-Erlebnis“. Kaum mehr ein abfälliges Wort über die jeweils andere Art zu biken! Wahrlich ein kleines Wunder. Für einen kurzen Moment so kam mir vor, war es plötzlich egal ob analog oder digital, Hauptsache Spaß. Der Wandel so kommt mir vor, hat so langsam in unseren Köpfen Platz genommen. Für 2019 wünsche ich mir daher, dass wir diese Entwicklung weiter mit Respekt und Toleranz vorantreiben. Gerade mit Blick auf unsere Community wünsche ich mir weniger „die“ und mehr „wir“. Ganz egal ob wir bevorzugt zum analogen MTB, zum EMTB oder zu beidem greifen.
In diesem Sinne – lasst uns auch in 2019 stets zwei bis drei Radlängen vorausschauen.


Euer
Fred vom Berg

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